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	<title>Vegipedia - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-05-13T17:08:10Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://www.vegipedia.de/index.php?title=Mythos:_Der_Mensch_ist_ein_Pflanzenfresser&amp;diff=198</id>
		<title>Mythos: Der Mensch ist ein Pflanzenfresser</title>
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		<updated>2020-05-19T20:42:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Quantensittich: nicht inhaltliche Korrekturen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Category:Pro-vegane Mythen]]&lt;br /&gt;
Ein häufig von Veganer_innen vorgebrachtes Argument ist, dass der Mensch ein Pflanzenfresser sei und deshalb eine Ernährung, die tierische Bestandteile ausschließt ([[vegane Ernährung]]) gesünder sei als eine Ernährung, die auch tierische Produkte miteinschließt (Mischkost).&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tatsächlich:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
* Der Mensch befindet sich auf dem Trophieniveau 2,21 und ist daher ein Allesfresser.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Trophie&amp;quot; &amp;gt; Bonhommeau, S., Dubroca, L., Le Pape, O., Barde, J., Kaplan, D. M., Chassot, E., &amp;amp; Nieblas, A. E. (2013). Eating up the world’s food web and the human trophic level. Proceedings of the National Academy of Sciences, 110(51), 20617-20620.&amp;lt;br&amp;gt; https://doi.org/10.1073/pnas.1305827110 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Epidemiologische Studien deuten darauf hin, dass tierische Bestandteile in der Ernährung nicht per se ungesund sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GlobBurd&amp;quot;&amp;gt; Afshin, A., Sur, P. J., Fay, K. A., Cornaby, L., Ferrara, G., Salama, J. S., ... &amp;amp; Afarideh, M. (2019). Health effects of dietary risks in 195 countries, 1990–2017: a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2017. The Lancet, 393(10184), 1958-1972.&amp;lt;br&amp;gt; https://doi.org/10.1016/S0140-6736(19)30041-8&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Ernährungsorganisationen weltweit empfehlen einen gemäßigten Konsum tierischer Nahrungsmittel, da sie gute Nährstofflieferanten sind, ein zu hoher Konsum tierischer Produkte jedoch mit gesundheitlichen Nachteilen assoziiert ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DGE&amp;quot;&amp;gt; DGE(2017)10-Regeln der DGE&amp;lt;br&amp;gt; https://www.dge.de/fileadmin/public/doc/fm/10-Regeln-der-DGE.pdf&amp;lt;br&amp;gt;Archiv: https://web.archive.org/web/20200504205645/https://www.dge.de/fileadmin/public/doc/fm/10-Regeln-der-DGE.pdf &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Eine gut geplante und supplementierte [[vegane Ernährung]] wird von Ernährungsorganisationen allerdings ebenfalls als gesund eingestuft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DGE&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwendung==&lt;br /&gt;
Bei der Behauptung, der Mensch sei ein Pflanzenfresser, wird sich häufig auf den Amerikaner Milton R. Mills MD und seinen dazu verfassten, allerdings in keinem wissenschaftlichen Journal publizierten, Artikel „The Comparative Anatomy of Eating“ bezogen.&amp;lt;ref&amp;gt;Mills, M.(1996) The Comparative Anatomy of Eating, adappt.org, &amp;lt;br&amp;gt; http://adaptt.org/archive/Mills%20The%20Comparative%20Anatomy%20of%20Eating1.pdf &amp;lt;br&amp;gt; Archiv: https://web.archive.org/web/20200505183716/http://adaptt.org/archive/Mills%20The%20Comparative%20Anatomy%20of%20Eating1.pdf &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mills ist Siebenten-Tags-Adventist und fällt durch religiös geprägte Auffassungen wie die wissenschaftlich widerlegten Hypothesen des [https://de.wikipedia.org/wiki/Kreationismus Kreationismus] und des [https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligent_Design Intelligent Design] auf. So hat er sich in einem Interview mit der Seite vegparadise zur veganen Ernährung mit folgenden Worten geäußert:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;lt;q&amp;gt;This is a diet God designed as safe.&amp;lt;/q&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; Mills, M.; im Interview mit vegparadise&amp;lt;br&amp;gt;https://www.vegparadise.com/24carrot.html&amp;lt;br&amp;gt;Archiv: https://web.archive.org/web/20191206144121/https://vegparadise.com/24carrot.html &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt; Mit dieser Aussage bringt er zum Ausdruck, dass sich der Mensch seiner Auffassung nach nicht durch Anpassungen im Laufe seiner Evolution auf eine Ernährung spezialisiert habe, sondern bei seiner Erschaffung so designt worden sei, dass eben die pflanzenbasierte Ernährung für ihn gesund sei. Mills ist mit seiner Behauptung, man könne die Eignung einer veganen Ernährung anhand von anatomischen Vergleichen mit anderen Tieren ableiten, auf veganen Kongressen und in Dokumentationen zu Gast, bspw. in der öffentlich viel beachteten Dokumentation „What the Health“.&amp;lt;ref&amp;gt;Andersen, K.; Kuhn, K.(2017) What The Health &amp;lt;br&amp;gt;https://www.whatthehealthfilm.com/&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In einem Interview mit Claus vom Youtube-Kanal &amp;quot;PlantBasedNews&amp;quot; hat Mills Folgendes geäußert:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;lt;q&amp;gt;[…]if you look at our physiology, we are truly strict herbivores and that is why when we depart from a strictly plant based diet we become ill.&amp;lt;/q&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;PLANTBASEDNEWS(03.01.2018)SCAVENGERS or HERBIVORES? Human Diet Explained - Dr. Milton Mills &amp;lt;br&amp;gt;https://youtu.be/nS2_Q1NY8nU?t=50 &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Behauptung, dass eine Abweichung von einer strikt pflanzenbasierten Ernährung Krankheiten auslöse, deckt sich nicht mit wissenschaftlichen Erkenntnissen (mehr dazu unter [[Mythos: Der Mensch ist ein Pflanzenfresser#Auswertung der Global Burden of Disease Study|Auswertung der Global Burden of Disease Study]]).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dass der Mensch ein Pflanzenfresser sei, wird auch in anderen Medien veganen Hintergrundes verbreitet. So wird diese Behauptung beispielsweise auf den deutschen Youtube-Kanälen „Lichtblick“, „Vegan ist ungesund“ und weiteren propagiert.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Philosophische Einordnung==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|[[Veganismus]]}}&lt;br /&gt;
Zunächst muss angemerkt werden, dass es sich hierbei nicht um ein philosophisches Argument für den Veganismus handelt, sondern um eine Ernährungsempfehlung anhand einer angenommenen biologischen Sachlage.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der [[Veganismus]] ist eine ethische Position, deren Befürworter Ausbeutung von und Grausamkeiten gegenüber Tieren vermeiden möchten. Da solche nicht nur für Nahrungsmittel ausgeübt werden, sondern auch beispielsweise für Kleidung, Kosmetik oder Unterhaltung, kann jenes Argument nicht hinreichend den Veganismus substantiieren.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ökologische Einordnung==&lt;br /&gt;
Die Einteilung in Pflanzenfresser, Fleischfresser und Allesfresser ist eine vereinfachte Form des Modells der [[wikipedia:trophic levels|Trophieniveaus]]. Demnach können Organismen im Nahrungsnetz anhand ihrer Ernährung grob in Trophieniveaus eingeteilt werden - (1) Primärpoduzenten, (2) Pflanzenfresser, (3) Fleischfresser (verzehren hauptsächlich Pflanzenfresser), (4-5) Spitzenprädatoren (verzehren hauptsächlich Fleischfresser). Diese Trophieniveau-Einordnung kann einen Anhaltspunkt dafür liefern, wie sich der Organismus in seinem Ökosystem platziert. Bonhommeau et al. haben mit Verzehrsdaten der Jahre 1961–2009 die Trophieniveaus der Menschen ermittelt. Im Jahr 2009 liegen die Trophieniveaus der Menschen je nach Region und sozio-ökonomischen Status zwischen 2,04 und 2,57. Im Schnitt liegen Menschen der Studie zu Folge im Jahr 2009 bei einem Trophieniveau von 2,21. Über die Jahre ist das Trophieniveau - wie insbesondere in Entwicklungsländern erkennbar ist - proportional zum wachsenden Fleischkonsum angestiegen. Im Gegensatz dazu ist das Trophieniveau der Isländer von 2,76 im Jahr 1974 auf 2,57 im Jahr 2009 abgesunken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Trophie&amp;quot; /&amp;gt; Demnach liegt der Mensch zwischen den Trophieniveaus 2 und 3 und ist daher als Allesfresser einzuordnen, hat dabei allerdings in der Regel eine Tendenz zum Pflanzenfresser.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Physiologische Einordnung==&lt;br /&gt;
Das aufgeworfene Argument des Menschen als Pflanzenfresser zielt jedoch nicht auf die ökologische Einordnung ab, sondern auf eine angebliche physiologische Eignung. Typischerweise gehen mit einem Fokus auf eine Nahrungsquelle – Pflanzen oder Fleisch – physiologische Spezialisierungen einher. So können beispielsweise bestimmte Nahrungsbestandteile besser verdaut und aufgenommen werden, schädliche Bestandteile in der Nahrung vertragen werden oder essentielle Nährstoffe, die in der hauptsächlich gewählten Nahrung nicht vorhanden sind, vom Körper selbst hergestellt werden. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei Menschen ist auffällig, dass diese Fähigkeiten aufweisen, die ihnen sowohl den Konsum pflanzlicher als auch den Konsum tierischer Nahrung erleichtern. Ein Indiz darauf, dass der Mensch auch physiologisch auf eine Mischkost ausgelegt sein könnte. Auf der einen Seite stehen Anpassungen, wie ein doppeltes Auftreten des AMY1-Genes in Menschen aus Agrargesellschaften, das dazu führt, dass diese Menschen mehr Amylase in ihrem Speichel bilden und so Stärke besser verdauen können.&amp;lt;ref&amp;gt; Perry, G. H., Dominy, N. J., Claw, K. G., Lee, A. S., Fiegler, H., Redon, R., ... &amp;amp; Carter, N. P. (2007). Diet and the evolution of human amylase gene copy number variation. Nature genetics, 39(10), 1256-1260.&amp;lt;br&amp;gt; https://doi.org/10.1038/ng2123 &amp;lt;/ref&amp;gt; Auf der anderen Seite stehen beim Menschen auftretende [https://de.wikipedia.org/wiki/Einzelnukleotid-Polymorphismus Einzelnukleotid-Polymorphismen] (vereinfacht Mutationen) im Zusammenhang mit einer Bildung des Enzyms Laktase über die Zeit des Säuglingsalters hinaus. Das Enzym ist verantwortlich für die Verdauung des Milchzuckers. Die Mutationen ermöglichen so erwachsenen Menschen die Verdauung von unverarbeiteter Milch. &amp;lt;ref&amp;gt; Tishkoff, S. A., Reed, F. A., Ranciaro, A., Voight, B. F., Babbitt, C. C., Silverman, J. S., ... &amp;amp; Ibrahim, M. (2007). Convergent adaptation of human lactase persistence in Africa and Europe. Nature genetics, 39(1), 31-40. &amp;lt;br&amp;gt; https://doi.org/10.1038/ng1946 &amp;lt;/ref&amp;gt; Diese beiden Beispiele zeigen auch eindrücklich, wie schnell Anpassung an veränderte Selektionsdrücke sich im Erbgut niederschlagen können.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
===Cucinivore?===&lt;br /&gt;
Die Beobachtung, dass Änderungen in der Ernährungsweise des Menschen in den letzten Jahrtausenden sich bereits im Erbgut des Menschen niedergeschlagen haben, wie auch das Faktum, dass Menschen ihre Nahrung häufig vor dem Verzehr bereits verarbeiten, brachte Furness  et al. im Jahr 2015 zu der Einschätzung des Menschen als „Cucinivoren“. Verwiesen wird auf die 300.000-400.000 Jahre alte Vorgehensweise der Nahrungsverarbeitung durch Kochen. Zudem werden weitere Methoden angeführt, wie das Zermahlen und die Verarbeitung durch Lagerung, wie bspw. das Gären, das Fermentieren oder das Aushängen. Furness et al. zu Folge könnten diese Verhaltensweisen eine Ursache für die spezifischen Charakteristika des menschlichen Verdauungstraktes sein. So könnten neue Nährstoffquellen erschlossen worden sein ohne dass es physiologische Anpassungen des Verdauungstraktes dafür nötig gewesen wäre. &amp;lt;ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Furness, J. B., &amp;amp; Bravo, D. M. (2015). Humans as cucinivores: comparisons with other species. Journal of Comparative Physiology B, 185(8), 825-834.&amp;lt;br&amp;gt; https://doi.org/10.1007/s00360-015-0919-3&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Furness, J. B., Cottrell, J. J., &amp;amp; Bravo, D. M. (2015). Comparative gut physiology symposium: comparative physiology of digestion. Journal of animal science, 93(2), 485-491.&amp;lt;br&amp;gt; https://doi.org/10.2527/jas.2014-8481 &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vitamin B12===&lt;br /&gt;
Ein eindrückliches Indiz darauf, dass der Mensch kein reiner Pflanzenfresser ist, ist die mangelnde Fähigkeit, das in seinem Verdauungstrakt gebildete Vitamin B12 dort auch aufzunehmen, sodass der Mensch auf eine externe Quelle des Vitamins angewiesen ist. Es sind derzeit keine Pflanzen bekannt, die den Bedarf dieses Vitamins zuverlässig decken können. Daher wird von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zu einer Supplementation dieses Vitamins geraten, sollte man keine oder nicht ausreichend tierische Produkte zur Deckung des Bedarfs verzehren.&amp;lt;ref&amp;gt;Richter, M. et al. (2016) DGE-Position &amp;quot;Vegane Ernährung&amp;quot;: https://doi.org/10.4455/eu.2016.021 - deutsch: https://www.ernaehrungs-umschau.de/fileadmin/Ernaehrungs-Umschau/pdfs/pdf_2016/04_16/EU04_2016_M220-M230_korr.pdf &amp;lt;br&amp;gt; Archiv: https://web.archive.org/web/20200409171608/https://www.ernaehrungs-umschau.de/fileadmin/Ernaehrungs-Umschau/pdfs/pdf_2016/04_16/EU04_2016_M220-M230_korr.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Auswertung der Global Burden of Disease Study==&lt;br /&gt;
Afshin et al. publizierten 2019 eine Studie, die auf Grundlage von epidemiologischen Daten ermittelte, welchen Einfluss spezifische Ernährungsgewohnheiten auf das Risiko der Entwicklung von ernährungsbedingten Krankheiten. Anzumerken ist, dass Studien dieser Art nur eine vorsichtige Einschätzung erlauben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;GlobBurd&amp;quot; /&amp;gt; Den größten Einfluss attestieren Afshin et al. einem zu hohen Salzkonsum und einem zu geringen Konsum von Vollkornprodukten, Früchten, Nüssen, Samen und Gemüse, sowie zu wenig konsumierten langkettigen Omega-3-Fettsäuren vornehmlich aus Fischen und Meerestieren. Der Einfluss des Konsums anderer tierischer Produkte auf das Risiko an einer ernährungsbedingten Krankheit zu sterben ist eher gering. Während der Konsum von zu viel verarbeiteten Fleisch sich geringfügig negativ auswirkt, ist der Konsum von Milch ebenfalls schwach mit präventiven Auswirkungen assoziiert. Diese Ergebnisse können die Hypothese, dass der Mensch nicht geeignet sei tierische Produkte zu verzehren oder dadurch sogar krank werde nicht stützen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ernährungsorganisationen==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|[[vegane Ernährung]]}}&lt;br /&gt;
Ernährungsorganisationen empfehlen den regelmäßigen Konsum tierischer Produkte, da diese gut verfügbare Quellen für essentielle Nährstoffe darstellen. Die DGE empfiehlt auf Grundlage der von ihr ausgewerteten Studien täglich Milch und Milchprodukte und ein bis zweimal in der Woche Fisch zu essen. Wer Fleisch esse, solle nicht mehr als 300-600g in der Woche verzehren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DGE&amp;quot; /&amp;gt; Eine gut geplante und supplementierte [[vegane Ernährung]] wird von Ernährungsorganisationen jedoch ebenfalls als bedarfsgerecht eingestuft (siehe [[vegane Ernährung]]).&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Quantensittich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.vegipedia.de/index.php?title=Mythos:_Rape_Rack&amp;diff=105</id>
		<title>Mythos: Rape Rack</title>
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		<updated>2020-04-25T13:56:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Quantensittich: Beistrich-, Rechtschreib-, Fall- und Tippfehler - Korrektur&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Regelmäßig wird von Seiten einiger Veganer behauptet, bei der künstlichen Befruchtung von Kühen käme ein Apparat zur Fixierung der Tiere zum Einsatz, der in der Industrie im englischsprachigen Raum „Rape Rack“, zu Deutsch: Vergewaltigungs-Gestell, genannt würde. &amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Tatsächlich:&#039;&#039;&#039; Dieser Terminus ist nicht gängig in der Industrie.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ursprung==&lt;br /&gt;
Es ist schwierig, den Ursprung dieses Mythos genau zu benennen. Die Autorin und Aktivistin Carol J. Adams versuchte herauszufinden, ob dieser Begriff tatsächlich ein gängiger Begriff in der Industrie ist. Weder Milchviehhalter noch Tierrechtsaktivisten konnten ihr bestätigen, dass es sich bei dem Begriff „Rape Rack“ wirklich um einen in der Industrie gebräuchlichen handelt. Mögliche Erklärungsansätze neben einer gänzlich haltlosen Unterstellung seien eine mögliche inoffizielle Verwendung des Begriffs in der Vergangenheit und/oder durch Einzelpersonen aus der Branche. &amp;lt;ref&amp;gt; Adams, C. J. (2017) Feminized Protein: Meaning, Representations and Implications, in: Cohen, M. und Otomo, Y., Making Milk: The Past, Present and Future of Our Primary Food, ISBN: 1350029971, p.32-33.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Katie Arth von der Tierrechtsorganisation Peta gibt an, dass der Begriff in der Vergangenheit in der Milchviehhaltung verwendet worden sei und nun kaum noch  vorkomme, weil  Landwirte sensibler gegenüber der Reaktion der Konsumenten geworden seien. &amp;lt;ref&amp;gt; Shuchat, S. (2016) The Rape Rack &amp;lt;br&amp;gt; https://theirturn.net/2016/06/15/2016061420160613the-rape-rack/ &amp;lt;br&amp;gt; Archiv: https://web.archive.org/save/https://theirturn.net/2016/06/15/2016061420160613the-rape-rack/ &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Begriff ist in den 1960er Jahren vom Verhaltensbiologen Harry Harlow für einen Apparat genutzt worden, den er während seiner Tierexperimente verwendet hat. Möglicherweise ist der Mythos des Rape Rack in der Milchindustrie daran angelehnt. &amp;lt;br&amp;gt;Durch Experimente an den Rhesusaffen sollte Depression erforscht werden. Die Affenjungen wurden für Zeiträume von bis zu zwei Jahren in Isolation gehalten, um die entsprechenden Symptome hervorzurufen. Allerdings waren die Affen anschließend nicht mehr gewillt, sich zu paaren. Den Wissenschaftlern um Harry Harlow kam die Idee, das weibliche Tier derart zu fixieren, dass es in der natürlichen Paarungsposition verharren musste und so das Männchen zur Begattung kommen konnte. Mehrere seiner Doktoranden berichten, dass Harry Harlow darauf bestand, diesen Fixierungsapparat „The Rape Rack“ zu nennen. Er kam auch mit weiteren ungeschönten Begriffen für verschiedenste verwendete Apparaturen daher.&amp;lt;ref&amp;gt;Blum, D. (1994). The Monkey Wars. Oxford University Press. ISBN 0-19-510109-X, p.92-93.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf eine ganz ähnliche Weise wird im englischsprachigen Raum unter Hundezüchtern eine Fixierung der läufigen Hündin zur gezwungenen Begattung gelegentlich als „Rape Rack“ bezeichnet. &amp;lt;ref&amp;gt;Brandow, M. (2015) A Matter of Breeding: A Biting History of Pedigree Dogs and How the Quest for Status Has Harmed Man&#039;s Best Friend, ISBN: 080703343X , p.26.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt; „YesBiscuit“ (2009) What is a Rape Rack? &amp;lt;br&amp;gt; http://yesbiscuit.blogspot.com/2009/08/what-is-rape-rack.html &amp;lt;br&amp;gt; Archiv: http://web.archive.org/web/20200424221735/http://yesbiscuit.blogspot.com/2009/08/what-is-rape-rack.html &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dass dieser Terminus schon viele Jahre zuvor für einen Fixierungsapparat für Tiere zur Sicherstellung der Befruchtung Verwendung gefunden hat, könnte Inspiration gewesen sein, ihn auch den Milchviehhaltern zunutzen oder dieser zuzuschreiben.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwendung==&lt;br /&gt;
Dieser Mythos wird in der veganen Szene, insbesondere im englisch-sprachigen Raum, regelmäßig verwendet.&lt;br /&gt;
Die größte Verbreitung wird er durch den knapp 6-minütigen Youtube-Clip „Dairy is Scary“ der Youtuberin Erin Janus im Jahr 2015 gefunden haben. Dieser hat Stand 24.04.2020 bereits sechs-millionen Aufrufe.&amp;lt;ref&amp;gt;Erin Janus (27.12.2015) Dairy is Scary https://youtu.be/UcN7SGGoCNI?t=35&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch die Tierrechtsorganisation Peta verbreitet diesen Mythos auf ihrer Website &amp;lt;ref&amp;gt;Peta(2020) Is Your Food a Product of Rape? &amp;lt;br&amp;gt;https://www.peta.org/features/rape-milk-pork-turkey/&amp;lt;br&amp;gt; Archiv: https://web.archive.org/save/https://www.peta.org/features/rape-milk-pork-turkey/&amp;lt;/ref&amp;gt; und in Form von Videos&amp;lt;ref&amp;gt; Peta(28.02.2017)How Cows are Raped on Farms&amp;lt;br&amp;gt; https://youtu.be/3tcwcTgEruU &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;Peta(20.06.2016) What is a Rape Rack? &amp;lt;br&amp;gt; https://youtu.be/6rlzj7U5z00 &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Mythos ist jedoch längst auch in Literatur aus der Tierrechtsbewegung eingezogen, insbesondere wenn sich der Thematik aus feministischer Perspektive angenähert wird. &amp;lt;ref&amp;gt;Davis, K. und Lee, W. (2013) Defiant Daughters, ISBN: 1590564200 &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;Gruen, L.(2014)The Ethics of Captivity, ISBN: 0199978026, p.163&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; Rodriguez, S.(2015)Until Every Animal is Free, ISBN: 1940184207&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Mackenzie, L. A. (2019) Readying the Rape Rack: Feminism and the Exploitation of Non-Human Reproductive Systems, Dissenting Voices Vol. 8, Issue 1 &amp;lt;br&amp;gt; https://digitalcommons.brockport.edu/dissentingvoices/vol8/iss1/8 &amp;lt;br&amp;gt; Archiv: https://web.archive.org/web/20200424231914/https://digitalcommons.brockport.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=1088&amp;amp;context=dissentingvoices &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
In Deutschland wird der Mythos beispielsweise von dem Youtuber Aljosha Muttardi vom Youtube-Kanal „Vegan ist ungesund“ in einem seienr Videos verbreitet.&amp;lt;ref&amp;gt; Vegan ist ungesund(24.04.2020) Die Zerstörung der Milchindustrie &amp;lt;br&amp;gt; https://youtu.be/m1XM_mhgyIc?t=603 &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Korrekte Bezeichnung==&lt;br /&gt;
Der Interessensgruppe „My Job depends on Ag“ zu Folge verwende man in der Milchviehhaltung das „Feed Rack“ (zu Deutsch: Fütterungs-Gestell), in das das Tier freiwillig hineingeht, um an Futter zu gelangen. Darin kann das Tier mit Hilfe einer „Stanchion“ (zu Deutsch: Stange, Strebe) fixiert werden, damit anschließend  die künstliche Befruchtung durchgeführt werden kann. &amp;lt;ref&amp;gt; Mast, J. (2016) It’s really not a rape rack&amp;lt;br&amp;gt; https://www.myjobdependsonag.com/its-really-not-a-rape-rack/ &amp;lt;br&amp;gt; Archiv: https://web.archive.org/web/20200424223449/https://www.myjobdependsonag.com/its-really-not-a-rape-rack/ &amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Quantensittich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.vegipedia.de/index.php?title=Veganismus&amp;diff=100</id>
		<title>Veganismus</title>
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		<updated>2020-04-21T13:21:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Quantensittich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Veganismus ist eine Lebensweise, die sich nach außen hin durch den Verzicht auf Produkte tierlichen Ursprungs in [[Vegane Ernährung|Ernährung]] ([[Fleisch]], [[Fisch]], [[Eier]], [[Milch]], tlw. auch [[Honig]]) , Bekleidung ([[Leder]], [[Wolle]], [[Seide]]) und anderen Bereichen des Lebens ([[Kosmetik]] u. a.) zeigt.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Philosophisch kann sich der Veganismus inzwischen auf eine zunehmend ernstere wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema der [[Tierethik]] berufen &amp;lt;ref&amp;gt;Ach, J. S. (2019) Können sie leiden? – Ein Einblick in die moderne Tierethik am Beispiel der Nutztierhaltung, in:  Diehl, E.; Tuider, J. (Hrsg.) Haben Tiere Rechte?, Bundeszentrale für politische Bildung, Band 10450:53-65, https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/SR_10450_Haben_Tiere_Rechte_ba.pdf &amp;lt;br&amp;gt; Archiv:https://web.archive.org/web/20200409161331/https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/SR_10450_Haben_Tiere_Rechte_ba.pdf &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Schmitz, F. (2014) Tierethik – Grundlagentexte, suhrkamp taschenbuch wissenschaft 2082:49-73, ISBN: 978-3-518-29682-0 &amp;lt;/ref&amp;gt;, obwohl die Beschäftigung damit keineswegs gänzlich neu ist. So hat sich beispielsweise schon ein Schüler des Aristoteles, Theophrastos von Eros [ca. 372-287 v. Chr.], kritisch zum Töten von Tieren, die weder gefährlich noch schädlich sind, geäußert.&amp;lt;ref&amp;gt;Baranzke, H.; Ingensiep, H. W. (2019) Was ist gerecht im Verhältnis zwischen Mensch und Tier?, in:  Diehl, E.; Tuider, J. (Hrsg.) Haben Tiere Rechte?, Bundeszentrale für politische Bildung, Band 10450:27-28, https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/SR_10450_Haben_Tiere_Rechte_ba.pdf &amp;lt;br&amp;gt; Archiv:https://web.archive.org/web/20200409161331/https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/SR_10450_Haben_Tiere_Rechte_ba.pdf &amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ursprung und Bedeutung==&lt;br /&gt;
Der Begriff Veganismus geht dabei auf die 1944 von [[Donald Watson]], [[Elsie Shrigley]] und weiteren gegründete [[Vegan Society]] zurück. 1988 gab die [[Vegan Society]] eine neue Definition des Begriffs Veganismus aus.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.vegansociety.com/about-us/history &amp;lt;br&amp;gt; Archiv: https://web.archive.org/save/https://www.vegansociety.com/about-us/history&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Definition zu Folge ist Veganismus &#039;&#039;[aus dem Englischen übersetzt]&#039;&#039;:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;&amp;lt;q&amp;gt;eine Philosophie und Lebensweise, die versucht - soweit wie möglich und praktikabel durchführbar - alle Formen der Ausbeutung von und Grausamkeiten gegenüber Tieren für Essen, Kleidung und andere Zwecke zu vermeiden […]&amp;lt;/q&amp;gt;&#039;&#039;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Definition betont ethische Beweggründe als Motivation – Ausbeutung und Grausamkeiten sind klar moralische Themenfelder. Weiter lautet die Definition der Vegan Society:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&#039;&#039;&amp;lt;q&amp;gt;und in weiterer Folge die Entwicklung und Verwendung von tierfreien Alternativen zu Gunsten von Mensch, Tier und Umwelt fördert. In Bezug auf die [[Vegane Ernährung|Ernährung]] bedeutet dies den Verzicht auf alle Produkte, die zur Gänze oder teilweise von Tieren gewonnen werden.&amp;lt;/q&amp;gt;&#039;&#039;&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.vegansociety.com/go-vegan/definition-veganism &amp;lt;br&amp;gt;Archiv: https://web.archive.org/save/https://www.vegansociety.com/go-vegan/definition-veganism&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beweggründe==&lt;br /&gt;
Umfragen deuten darauf hin, dass es sich bei der [[Tierethik|ethischen Komponente]] um die am weitesten verbreitete Motivation für eine vegane Lebensweise handelt. So gaben beispielsweise bei einer Umfrage von vegan.eu (n=1307) 82,5% der TeilnehmerInnen als Motiv: &#039;&#039;&amp;lt;q&amp;gt;Tierrechte/Tierschutz (Tiere sollen nicht leiden und Tiere sollen nicht getötet werden)&amp;lt;/q&amp;gt;&#039;&#039; an (Stand Okt.2016).&amp;lt;ref&amp;gt;Umfrage für Vegan.eu (n=1307): „Warum vegan?“ https://www.vegan.eu/vegan-motive-umfrage/ &amp;lt;br&amp;gt; Archiv: https://web.archive.org/save/https://www.vegan.eu/vegan-motive-umfrage/&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu ähnlichen Ergebnissen kommen weitere Umfragen. &amp;lt;ref&amp;gt;Umfrage für Veganz (n=24.000): https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1067492/umfrage/umfrage-zu-gruenden-fuer-den-veganismus-in-europa/ &amp;lt;br&amp;gt; Archiv: https://web.archive.org/save/https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1067492/umfrage/umfrage-zu-gruenden-fuer-den-veganismus-in-europa/&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Janssen, M. et al.(2016) Motives of consumers following a vegan diet and their attitudes towards animal agriculture; Appetite Vol. 105, 643-651 https://doi.org/10.1016/j.appet.2016.06.039 (n=329). &amp;lt;/ref&amp;gt; In den Umfragen ergeben sich jedoch auch die Motivationsfelder der erhofften [[Auswirkungen auf die Gesundheit|gesundheitlichen Vorteile]] einer [[Vegane Ernährung|tierfreien Ernährung]] oder der erhofften positiven [[Auswirkungen auf die Umwelt]]. &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dass es sich bei ethischen Motiven um die am weitesten verbreiteten handelt, lässt sich auch anhand der Selbstverständnisse zahlreicher veganer Organisationen abbilden. So ist es der Motivationstreiber für vegane Organisationen, wie zum Beispiel die Albert-Schweitzer-Stiftung für unsere Mitwelt eV. &amp;lt;ref&amp;gt;https://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/warum-vegan &amp;lt;br&amp;gt; Archiv: https://web.archive.org/save/https://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/warum-vegan&amp;lt;/ref&amp;gt;, [[PETA Deutschland eV.]] &amp;lt;ref&amp;gt;https://www.peta.de/vegan-definition &amp;lt;br&amp;gt; Archiv: https://web.archive.org/save/https://www.peta.de/vegan-definition&amp;lt;/ref&amp;gt;, Animal Rights Watch eV.(ARiWa)&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.ariwa.org/selbstverstaendnis/ &amp;lt;br&amp;gt; Archiv: https://web.archive.org/web/20200409164234/https://www.ariwa.org/selbstverstaendnis/&amp;lt;/ref&amp;gt;, Tierschutzbund eV.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.tierschutzbund.de/information/hintergrund/veganismus/ &amp;lt;br&amp;gt; Archiv: https://web.archive.org/save/https://www.tierschutzbund.de/information/hintergrund/veganismus/&amp;lt;/ref&amp;gt;, Verein gegen Tierfabriken &amp;lt;ref&amp;gt;https://vgt.at/projekte/vegetarismus/index.php &amp;lt;br&amp;gt; Archiv: https://web.archive.org/web/20200409164539/https://vgt.at/projekte/vegetarismus/index.php&amp;lt;/ref&amp;gt; , Deutsches Tierschutzbüro eV.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.tierschutzbuero.de/selbstdarstellung/ &amp;lt;br&amp;gt; Archiv: https://web.archive.org/save/https://www.tierschutzbuero.de/selbstdarstellung/&amp;lt;/ref&amp;gt;, Animal Equality Germany eV.&amp;lt;ref&amp;gt;https://animalequality.de/unsere-geschichte/ &amp;lt;br&amp;gt; Archiv: https://web.archive.org/save/https://animalequality.de/unsere-geschichte/&amp;lt;/ref&amp;gt; und viele weitere.&lt;br /&gt;
Viele dieser Organisationen führen zusätzlich gesundheitliche und umweltbezogene Argumente an. Einige messen allen Argumenten ein ähnliches Gewicht bei, so zum Beispiel [[ProVeg eV.]] (ehemals VEBU). &amp;lt;ref&amp;gt;https://proveg.com/de/ueber-uns/ &amp;lt;br&amp;gt; Archiv: http://archive.today/boSkK&amp;lt;/ref&amp;gt; (Eine Liste weiterer Tierschutzorganisationen ohne Anspruch auf Vollständigkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.jobverde.de/karriereinfo/Veganer-und-Vegetarier-Jobs &amp;lt;br&amp;gt; Archiv: https://web.archive.org/save/https://www.jobverde.de/karriereinfo/Veganer-und-Vegetarier-Jobs&amp;lt;/ref&amp;gt;)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hier ist anzumerken, dass sich nicht auf die Ethik bezogene Argumente nur indirekt auf den Veganismus selbst beziehen (können). &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bewegung==&lt;br /&gt;
Die Zahlen der vegan lebenden Menschen in Deutschland schwanken stark je nach Umfrage. So schätzte die SKOPOS Gruppe die Zahl der VeganerInnen in Deutschland anhand einer repräsentativen Umfrage (n=1000) für die Vegane Gesellschaft Deutschland eV. im Jahr 2016 auf etwa 1,3 Millionen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;VGUmfrage&amp;quot;&amp;gt;Umfrage für Vegane Gesellschaft Deutschland eV. (2016) (n=1000): https://www.skopos-group.de/news/13-millionen-deutsche-leben-vegan.html &amp;lt;br&amp;gt; Archiv: https://web.archive.org/web/20200409171139/https://www.skopos-group.de/news/13-millionen-deutsche-leben-vegan.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei wurden die Leute erfasst, die tierische Bestandteile in ihrer Ernährung vermieden.&amp;lt;ref&amp;gt;Berlin, J. (2020) persönliche Unterrichtung auf Mailanfrage, SKOPOS Gruppe&amp;lt;/ref&amp;gt; Dagegen kommt die Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA) bei einer Umfrage (n=23.318) auf 0,95 Millionen vegan lebende deutschsprachige Menschen ab 14 Jahren in Deutschland.&amp;lt;ref name=&amp;quot;AWAUmfrage&amp;quot;&amp;gt;Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse (2015-2019)  (n=23.000): https://de.statista.com/statistik/daten/studie/445155/umfrage/umfrage-in-deutschland-zur-anzahl-der-veganer/ &amp;lt;br&amp;gt; Archiv: https://abload.de/image.php?img=awaumfrageveganindeuta1kk5.png&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei letzterer Umfrage wurde im Wortlaut jedoch danach gefragt, ob die Person sich als VeganerIn oder als jemand, &amp;lt;q&amp;gt;&#039;&#039;der weitgehend auf tierische Produkte verzichtet&#039;&#039;&amp;lt;/q&amp;gt; sehe, sodass das Ergebnis zu Gunsten einer höheren Anzahl verzerrt sein könnte.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Veganismus in den letzten Jahren zunehmend gewachsen ist &amp;lt;ref name=&amp;quot;VGUmfrage&amp;quot; /&amp;gt; &amp;lt;ref name=&amp;quot;AWAUmfrage&amp;quot; /&amp;gt;und in Folge dessen von Lifestyle-Coaches der Abnehmszene sowie von esoterischen Gurus für sich entdeckt worden ist, sind heute immer wieder sowohl extreme Essenstrends ([[Rohkost]], [[Urkost]], [[basische Ernährung]] und weitere) als auch Scharlatane in der Bewegung zu sehen, die sich des Labels bedienen. Auch eine Verzahnung mit nationalistischem, fremdenfeindlichem und/oder menschenfeindlichem Gedankengut sowie ein Hang zu [[Verschwörungsmythen]] ist in einigen veganen Gruppierungen zu beobachten. Es ist jedoch nicht davon auszugehen, dass es sich dabei um repräsentative Einstellungen handelt, da der Veganismus Untersuchungen zu Folge mehr Anklang unter progressiven und liberal-sozial eingestellten Personen findet.&amp;lt;ref&amp;gt;Martinelli, D., Berkmanienė, A. (2018) The Politics and the Demographics of Veganism: Notes for a Critical Analysis. Int J Semiot Law 31, 501–530, https://doi.org/10.1007/s11196-018-9543-3&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zudem kursieren sowohl in der veganen Bewegung als auch in der nicht veganen Bevölkerung viele Missverständnisse und zweifelhafte Behauptungen über die Nutztierindustrie und den Umgang mit Tieren - geschredderte [[Eintagsküken|Küken]] landeten einem Mythos zufolge in Chicken Nuggets oder aber [[Milchkühe]] seien so gezüchtet, dass sie, auch ohne ein Kalb geboren zu haben, Milch gäben. Weitere Mythen existieren sowohl über [[Vegane Ernährung|vegane Ernährungsformen]] und deren gesundheitliche Auswirkungen – demnach seien vegane Ernährungsformen entweder Schutz und Heilmittel für eine Reihe unheilbarer Krankheiten, oder aber führten unweigerlich zu [[Mangelerscheinungen]] - , als auch über die ökologischen Auswirkungen und den Ressourcenverbrauch - so bräuchte es in der Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch [[Futterverwertung|enorme Mengen Getreide]] und [[Virtuelles Wasser|Trinkwasser]], oder für Tofu würden [[Regenwaldrodung|Regenwälder abgeholzt]].&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Außerdem kommt es teilweise vor, dass VeganerInnen Medikamente und [[Impfgegner|Impfungen ablehnen]], weil diese nicht ohne [[Tierversuche]] und teilweise nicht ohne Verwendung tierlicher Bestandteile erforscht und hergestellt werden können. Eine Aufopferung dieser Art wird von VeganerInnen in der Regel allerdings nicht als praktikabel im Sinne des veganen Selbstverständnisses verstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ernährung==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|[[Vegane Ernährung]], [[Vegane Kinderernährung]]}}&lt;br /&gt;
Eine vegane Lebensweise äußert sich am offensichtlichsten in der Nahrungsmittelauswahl. Das [[Fleisch]] von [[Schweine|Schweinen]], [[Rinder|Rindern]], [[Geflügel]], [[Fisch|Fischen]] und anderen Tieren sowie andere tierliche Erzeugnisse wie [[Milch]] und Milchprodukte oder [[Eierindustrie|Eier]], werden von VeganerInnen nicht verzehrt. Diese Nahrungsquellen sind für den Menschen jedoch eine bedeutende Quelle von [https://de.wikipedia.org/wiki/Essentieller_Stoff essentiellen Nährstoffen]. Die meisten dieser Nährstoffe lassen sich auch aus nicht-tierlichen Nahrungsmitteln aufnehmen. Wie in einer mischköstlichen/omnivoren Ernährungsweise, gibt es allerdings auch bei einer [[Vegane Ernährung|tierfreien Ernährung]] einige kritische Nährstoffe, auf die man dabei besonders Rücksicht nehmen sollte. Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Gesellschaft_f%C3%BCr_Ern%C3%A4hrung Deutsche Gesellschaft für Ernährung eV.] (DGE) führt dabei folgende Nährstoffe als kritisch für [[Vegane Ernährung|vegane Ernährungsweisen]] auf:&amp;lt;ref name=&amp;quot;DGEPosition&amp;quot;&amp;gt;Richter, M. et al. (2016) DGE-Position &amp;quot;Vegane Ernährung&amp;quot;: https://doi.org/10.4455/eu.2016.021 - deutsch: https://www.ernaehrungs-umschau.de/fileadmin/Ernaehrungs-Umschau/pdfs/pdf_2016/04_16/EU04_2016_M220-M230_korr.pdf &amp;lt;br&amp;gt; Archiv: https://web.archive.org/web/20200409171608/https://www.ernaehrungs-umschau.de/fileadmin/Ernaehrungs-Umschau/pdfs/pdf_2016/04_16/EU04_2016_M220-M230_korr.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Protein]] bzw. unentbehrliche Aminosäuren&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* langkettige [https://de.wikipedia.org/wiki/Omega-3-Fetts%C3%A4uren n3-Fettsäuren]&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Vitamine ([https://de.wikipedia.org/wiki/Riboflavin B2], [https://de.wikipedia.org/wiki/Cobalamine B12], [https://de.wikipedia.org/wiki/Cholecalciferol D3]) und&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Mineralstoffe (Calcium, Eisen, Jod, Zink, Selen)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dabei nehme die Versorgung des Körpers mit dem Vitamin [https://de.wikipedia.org/wiki/Cobalamine B12] (Cobalamin) die kritischste Rolle ein.&lt;br /&gt;
In ihrem Positionspaper legen die Wissenschaftler der [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Gesellschaft_f%C3%BCr_Ern%C3%A4hrung DGE] dar, wie eine ausreichende Versorgung mit diesen kritischen Nährstoffen dennoch gewährleistet werden könne. Dabei gebe es insbesondere für das Vitamin [https://de.wikipedia.org/wiki/Cobalamine B12] derzeit keine zuverlässigen Belege, dass eine ausreichende Aufnahme ohne [[Supplemente]] sichergestellt werden könne&amp;lt;ref name=&amp;quot;DGEPosition&amp;quot; /&amp;gt;.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Für Schwangere und Kleinkinder spricht die DGE keine Empfehlung für eine [[Vegane Ernährung|vegane Ernährung]] aus. Weiterführende Informationen finden sich im Artikel [[Vegane Kinderernährung]].&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Anzumerken ist hier, dass die DGE im internationalen Vergleich mit großen Ernährungsorganisationen anderer Länder mit dieser Position durchaus eine Sonderstellung einnimmt. So halten sowohl die Working Group of the Italian Society for Human Nutrition&amp;lt;ref&amp;gt;Agnoli C. et al. (2017) Position paper on vegetarian diets from the working group of the Italian Society of Human Nutrition, Nutrition, Metabolism &amp;amp; Cardiovascular Diseases, Volume 27, Issue 12:1037–1052, https://doi.org/10.1016/j.numecd.2017.10.020 &amp;lt;/ref&amp;gt;, die [[Academy of Nutrition and Dietetics]] (USA)&amp;lt;ref&amp;gt;Melina V. et al. (2016) Position of the Academy of Nutrition and Dietetics: Vegetarian Diets, J Acad Nutr Diet. 2016 Dec;116(12):1970-1980., https://doi.org/10.1016/j.jand.2016.09.025&amp;lt;/ref&amp;gt;, die Dietitians of Canada&amp;lt;ref&amp;gt;Mangels A. R. et al. (2003) Position of the American Dietetic Association and Dietitians of Canada: Vegetarian diets, J Am Diet Assoc. 2003 Jun;103(6):748-65, https://doi.org/10.1053/jada.2003.50142 &amp;lt;/ref&amp;gt;, als auch die British Nutrition Foundation&amp;lt;ref&amp;gt;Philips, F.(2005)Vegetarian Nutrition, Nutrition Foundation Nutrition Bulletin, 30, 132–167&amp;lt;br&amp;gt;https://doi.org/10.1111/j.1467-3010.2005.00467.x&amp;lt;/ref&amp;gt; eine gut geplante vegane Ernährungsweise für in allen Lebenslagen nährstofflich adäquat und haben jeweils ein Positionspapier dazu ausgegeben. Auch die Dietitians Association of Australia&amp;lt;ref&amp;gt; https://daa.asn.au/smart-eating-for-you/smart-eating-fast-facts/healthy-eating/vegan-diets-facts-tips-and-considerations/ &amp;lt;br&amp;gt; Archiv: https://web.archive.org/save/https://daa.asn.au/smart-eating-for-you/smart-eating-fast-facts/healthy-eating/vegan-diets-facts-tips-and-considerations/&amp;lt;/ref&amp;gt; geben auf ihren Onlinepräsenzen einer gut geplanten veganen Ernährungsweise grünes Licht.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auf ihrer Website gibt die DGE als Begründung für diese unterschiedliche Positionierung die mangelnde Datenlage betreffend eine deutschlandspezifische [[Vegane Ernährung|vegane Ernährungsweisen]] an. So sei im Vergleich zu Amerika die Anreicherung mit Mineralstoffen und Vitaminen in Deutschland weniger verbreitet und eine Aufnahme der kritischen Nährstoffe dadurch insgesamt etwas schwerer als in anderen Ländern.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/faqs/vegane-ernaehrung/#c2933 &amp;lt;br&amp;gt; Archiv: https://web.archive.org/save/https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/faqs/vegane-ernaehrung/#c2933&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die [https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Gesellschaft_f%C3%BCr_Ern%C3%A4hrung DGE] rät insbesondere neuen VeganerInnen dazu, sich Unterstützung in Form einer [[Ernährungsberatung]] einzuholen, um sicherzustellen, dass die [[Vegane Ernährung|vegane Ernährung]] gut geplant ist und alle kritischen Nährstoffe gut abgedeckt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;DGEPosition&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Quantensittich</name></author>
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